1. Name
    Die Gemeinde trägt den Namen „Freie evangelische Gemeinde Bünde“. Sie gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden KdöR mit Sitz in Witten/Ruhr.
  2. Grundlage und Auftrag
    1. Verbindlicher Maßstab für Glaube, Lehre und Leben der Gemeinde ist die Bibel als das geoffenbarte Wort Gottes. Deshalb richtet sich die Gemeinde auch in ihrer Ordnung und Gestaltung nach dem Vorbild der im Neuen Testament beschriebenen Gemeinden.
    2. Die Mitglieder der Gemeinde haben den Auftrag, Gott von ganzem Herzen und mit allem was sie sind
      und haben zu lieben und ihre Nächsten wie sich selbst. Es schließt ein, anderen Menschen dabei zu helfen, hingegebene Nachfolger Jesu zu werden. Die Gemeinde verkündigt Gottes Wort, betet, pflegt die Gemeinschaft der Glaubenden, feiert Abendmahl, tauft und dient den Nächsten missionarisch und
      diakonisch. Darüber hinaus empfindet die Gemeinde den Auftrag, weitere Gemeinden zu gründen und für Gottes übernatürliches Wirken auch durch Zeichen und Wunder offen zu sein.
  3. Mitgliedschaft
    1. Die Mitgliedschaft dient dazu, die Zugehörigkeit zur Gemeinde verbindlich zu klären. Sie hat auch kirchenrechtliche Bedeutung. Die Gemeinde führt eine Mitgliederliste.
    2. Mitglied kann werden:
      1. Wer im Glauben an Jesus Christus seine Schuld und sein ganzes Leben im Gebet Gott übereignet hat und bekennt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und sein persönlicher Retter und Herr ist, durch den er geliebtes Kind des himmlischen Vaters geworden ist und die lebenserneuernde Kraft des Heiligen Geistes empfangen hat.
      2. Wer die Grundsätze teilt, dass allein die Bibel der Maßstab für Glaube, Lehre und Leben ist und der Mensch allein durch Jesus Christus gerettet wird, allein durch den Glauben und allein durch die Gnade Gottes und nicht aufgrund eigener Leistung.
      3. Wer sich aus Vertrauen zu Gott im andauernden Prozess der Versöhnung und Lebenserneuerung befindet: immer mehr auf Jesus zu hören und ihm nachzufolgen, der Heilung und Erneuerung der ganzen Persönlichkeit Raum zu geben, offener über seine Fehler zu reden und sich daraufhin ansprechen zu lassen, sein Leben entsprechend der biblischen Ordnungen umgestalten zu lassen, in der Liebe Gottes und im Vertrauen zu ihm zu wachsen, auch in der Leidenschaft für Menschen, die Gott noch nicht kennen, offen zu bleiben für gemeindliche Umgestaltungsprozesse …
      4. Wer die Gemeinde liebt und ihre Einheit bewahrt, indem er für sie betet, sich friedfertig verhält, auftretende Konflikte im Ringen um Wahrheit und Liebe klärt, die Aufträge, Ordnungen und Beschlüsse der Gemeinde umsetzt, ihre gewählten Leiter und alle Mitglieder wertschätzt und unterstützt, verbindlich an ihren Kleingruppen, Gottesdiensten und Mitgliederversammlungen teilnimmt, der Gemeinde entsprechend seinen Begabungen dient und sie gerne mitfinanziert.
    3. Die Aufnahme in die Gemeinde macht erst Sinn, wenn man Teil einer ihrer Kleingruppen geworden ist. Zusammen mit dem Kleingruppenleiter bespricht man die Aufnahme, füllt die Mitgliedschaftsvereinbarung aus und gibt sie bei der Gemeindeleitung ab. Sie entscheidet über die Aufnahme. Die Gemeindeleitung beteiligt die Gemeinde, indem sie die geplanten Aufnahmen vorher bekannt gibt, eventuelle Einwände aus der Gemeinde prüft und die Aufnahmen in einer Gemeindeveranstaltung stattfinden lässt.
    4. Doppelmitgliedschaften sind nicht erwünscht. Ausnahmen sind nach Rücksprache mit der jeweiligen Kirchen- bzw. Gemeindeleitung möglich.
    5. Bei Gemeindewechsel von oder in eine andere evangelische Freikirche ist eine schriftliche Überweisung bzw. Empfehlung der Gemeindeleitung wünschenswert.
    6. Alle zwei Jahre findet eine  Aktualisierung der Mitgliedschaft statt. Sie dient dazu, die Eigenverantwortung und Weiterentwicklung zu fördern, eventuelle Probleme rechtzeitig zu klären und keine bitteren Wurzeln entstehen zu lassen.
    7. Eine Mitgliedschaft kann beendet werden durch schriftliche Erklärung eines Mitglieds, durch Überweisung bzw. Empfehlung in eine andere Gemeinde, durch Streichung, wenn ein Mitglied seit einem Jahr absichtlich nicht mehr am Gemeindeleben teilnimmt oder durch Ausschluss, wenn  Lehre oder Leben eines Mitglieds den biblischen Weisungen nachhaltig widerspricht und es trotz mehrfacher Ermahnung zu keiner Klärung oder Umkehr bereit ist. Vor einer Streichung oder einem Ausschluss informiert die Gemeindeleitung die Gemeindemitglieder, damit Fragen und Einsprüche aus der Gemeinde geklärt werden können. Danach entscheidet die Gemeindeleitung und informiert darüber die Mitglieder.
    8. Freunde oder Kinder der Gemeinde können in einem gesonderten Verzeichnis geführt werden. Sie sind herzlich eingeladen, am Gemeindeleben teilzunehmen und mitzuarbeiten, jedoch ohne Anspruch auf das Recht zur Mitgestaltung bei gemeindlichen Entscheidungen. Kinder können entsprechend der gesetzlichen Vorschriften über Religionsmündigkeit erst vom 14. Lebensjahr an Mitglieder werden.
  4. Kindersegnung und Biblischer Unterricht, Taufe und Mahl des Herrn, Trau- und Trauergottesdienste
    1. Alle Angebote stehen auch Nichtmitgliedern der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung.
    2. Kinder, die von ihren Eltern Gott anbefohlen werden sollen, werden gesegnet. Im Regelfall können sie ab 12 Jahren am Biblischen Unterricht teilnehmen, der allerdings ausschließlich zur Heranbildung der Religionsmündigkeit dient und nicht in ein öffentliches Bekenntnis zu Gott und zur Gemeinde mündet.
    3. Die Gemeinde lehrt und praktiziert die Taufe der Gläubigen; diese ist jedoch nicht Voraussetzung zur Aufnahme in die Gemeinde. Die Gemeinde feiert regelmäßig mit ihren Mitgliedern das Mahl des Herrn. Andere Christen können als Gäste daran teilnehmen. Alle Teilnehmer müssen in einer versöhnten Beziehung mit Gott und soweit es an ihnen liegt auch mit ihren Mitmenschen leben.
    4. Traugottesdienste mit Segnung durch Handauflegung stehen Ehepaaren zur Verfügung, die beide Jesus Christus ernsthaft nachfolgen, sich der Gemeinde verbunden wissen und dort Ehevorbereitungsgespräche geführt haben. Trauergottesdienste können unabhängig von der Beziehung des Verstorbenen zu Gott und zur Gemeinde durchgeführt werden, wenn die Möglichkeit gegeben ist, Gottes Wort frei zu verkündigen und vom Verstorbenen würdig Abschied zu nehmen.
  5. Entscheidungsgremien der Gemeinde
    1. Die Gemeinde ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Verfassung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.
    2. Die allgemein verbindlichen Entscheidungsgremien der Gemeinde sind die Gemeindeleitung und die Gemeindeversammlung.
  6. Die Gemeindeleitung
    1. Die Gemeindeleitung besteht aus mehreren Gemeindemitgliedern, die dazu von der Gemeindeversammlung in geheimer Wahl für die Dauer von 4 Jahren berufen werden und wiederwählbar sind. Pastoren gehören für die Zeit ihres Dienstes in der Gemeinde zur Gemeindeleitung.
    2. Wer zur Gemeindeleitung gewählt wird, muss den dafür im Neuen Testament genannten persönlichen Voraussetzungen entsprechen und das Vertrauen der Gemeinde haben. Diese Eigenschaften müssen für die gesamte Dauer des Dienstes bestehen.
    3. Die Gemeindeleitung hat die Gemeinde geistlich zu führen, seelsorgerlich zu betreuen und organisatorisch zu leiten. Das schließt auch ein, die Gemeinde nach außen und gegenüber dem Bund zu vertreten, die laufenden Geschäfte zu führen und das Dienstverhältnis des Pastors zu regeln. Sie kann über besondere Ausgaben bis zu einer Höhe von 5 % der Jahreseinnahmen beschließen.
    4. Die Gemeindeleitung arbeitet eng mit den Dienstgruppen- bzw. Dienstbereichsleitern der Gemeinde z. B. Musik, Kinder, Finanzen, Kleingruppen… ) zusammen. Sie beruft sie, setzt sie in einer Gemeindeveranstaltung ein und trifft sich mit ihnen regelmäßig zu Beratungen im Gemeinderat. Die Dienstgruppen- bzw. Dienstbereichsleiter unterstützen die Gemeindeleitung und sind ihr gegenüber verantwortlich. Je nach Größe und Bedeutung des Verantwortungsbereiches können sie durch die Gemeindeleitung für 4 Jahre in das Diakonenamt eingesetzt werden. Für die gesamte Dienstzeit müssen sie den  neutestamentlich genannten Kriterien entsprechen.
  7. Die Gemeindeversammlung
    1. Die Gemeindeversammlung besteht aus den Mitgliedern der Gemeinde. Sie ist von der Gemeindeleitung mindestens zweimal jährlich mit Bekanntgabe der Tagesordnung einzuladen sowie immer dann, wenn mindestens zehn von hundert der Mitglieder das schriftlich mit Angabe der Gründe beantragen.
    2. Die Gemeindeversammlung entscheidet über alle für das Gemeindeleben wichtigen Angelegenheiten, z. B.: sie wählt die Gemeindeleitung und beruft gegebenenfalls Mitglieder daraus ab, sie beruft den Pastor auf Vorschlag der Gemeindeleitung und im Einvernehmen mit der Bundesleitung, sie beschließt über den Finanzhaushalt und wichtige Einzelausgaben, sie erteilt dem Kassenverwalter Entlastung und nimmt Arbeits- und Rechenschaftsberichte der Gemeindeleitung entgegen.
  8. Beschlussfassung
    1. Alle Beschlüsse der Gemeinde in ihren Entscheidungsgremien sollen möglichst einstimmig gefasst werden. Ergibt sich nicht mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit (wobei Enthaltungen wie nicht abgegebene Stimmen gezählt werden), so soll der Beschluss vertagt werden, bis nach weiterem intensivem Überlegen, Beraten und Beten eine eindeutige Mehrheit zu erwarten ist.
    2. Die gefassten Beschlüsse sind für die Gemeindeleitung, die Gruppen- bzw. Bereichsleiter sowie alle Mitglieder verbindlich.
    3. Beschlüsse und wichtige Verhandlungen werden in Niederschriften festgehalten, die vom Protokollanten und einem Gemeindeleitungsmitglied zu unterschreiben sind.
  9. Finanzverwaltung
    1. Die Mitglieder der Gemeinde leisten in Verantwortung vor Gott gerne und regelmäßig Beiträge, die ihrem Einkommen angemessen sind.
    2. Die Gemeindekasse wird vom Kassierer geführt. Sämtliche Eingänge und Ausgänge sind übersichtlich und gewissenhaft zu verbuchen. Das in Gemeindeveranstaltungen gesammelte Geld ist von zwei Gemeindemitgliedern zu zählen; der Betrag ist gegenzuzeichnen. Der Kassierer berichtet in der Gemeindeleitung über die laufende Kassenführung. Die Gemeindeleitung kann eins ihrer Mitglieder beauftragen, Einsicht in die Kassenführung zu nehmen. Darüberhinaus besteht über die Gaben der einzelnen Gemeindemitglieder Schweigepflicht.
    3. Die Gemeindekasse ist jährlich einmal durch zwei von der Gemeindeversammlung beauftragten Mitgliedern zu prüfen. Die Kassenprüfer haben der Gemeindeversammlung über das Prüfergebnis zu berichten und mitzuteilen, ob sie Entlastung vorschlagen können.
    4. Grundeigentum der Gemeinde wird durch den Bund Freier evangelischer Gemeinden KdöR verwaltet und ist auf dessen Namen im Grundbuch eingetragen; die Gemeinde bleibt jedoch wirtschaftlich der verfügungsberechtigte Eigentümer.
    5. Das Grundvermögen ist in Einnahmen und Ausgaben getrennt von der allgemeinen Jahresrechnung der Gemeinde zu verwalten.
  10. Gemeinnützige Mittelverwendung
    1. Alle Einnahmen der Gemeinden sind für die in der Gemeindeordnung genannten Aufgaben zu verwenden und dienen damit den in der Verfassung des Bundes beschriebenen Zwecken der Religionsgemeinschaft. Die Gemeinde ist selbstlos tätig. Sie verfolgt in erster Linie keine eigenwirtschaftlichen Zwecke.
    2. Soweit es sich bei den Einnahmen um Spenden handelt, kann darüber eine steuerlich verwertbare Bescheinigung ausgestellt werden.
    3. Mitglieder der Gemeinde erhalten keinerlei Zuwendungen aus Mitteln der Gemeinde. Möglich ist eine vorübergehende Unterstützung in einer wirtschaftlichen Notlage, die aus Mildtätigkeit an einen Bedürftigen gewährt wird, wie sie auch Nichtmitgliedern gewährt werden könnte.
    4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Gemeinde fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Dienstbedingte Kostenerstattungen sind gegen Belegvorlage möglich.
    5. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln werden nur von Fall zu Fall in Anspruch genommen und nur zur Mitfinanzierung solcher Investitionen oder anderer Zwecke, die auch nichtreligiösen Trägern für staatlich geförderte Aufgaben zustehen. Der Nachweis der Verwendung solcher Mittel ist nach den dafür geltenden gesetzlichen Vorschriften zu führen.
  11. Zwischenkirchliche Beziehungen und Partnerschaften
    1. Die Gemeinde weiß sich mit allen Nachfolgern Jesu aus unterschiedlichsten Gemeinden und Kirchen verbunden und sich ihrer Wertschätzung verpflichtet. Deshalb strebt sie an, Mitglied der Evangelischen Allianz und Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zu sein. Die Gemeindeleitung beauftragt dazu stellvertretende Mitglieder.
    2. Die Gemeinde ist Mitglied im Bund der Freien evangelischen Gemeinden in Deutschland und damit Teil ihrer freiwilligen geistlichen Lebens- und Dienstgemeinschaft. Sie ist dankbar für alle Wirkungen der Zusammenarbeit, weiß sich ihr auf Kreis– und Bundesebene verpflichtet und ist bemüht, die gemeinsamen Aufgaben der Bundesgemeinschaft geistlich, finanziell und praktisch zu fördern.
  12. Schlussbestimmungen
    1. Änderungen dieser Gemeindeordnung und die Auflösung der Gemeinde können von der Gemeindeversammlung nur nach einer vierwöchigen Bekanntgabe der Tagesordnung und nur mit mindestens Zweidrittel-Mehrheit der Stimmen der anwesenden Mitglieder beschlossen werden. Falls nicht mindestens die Hälfte aller Gemeindemitglieder anwesend sind, muss zu einer zweiten Gemeindeversammlung erneut eingeladen werden; diese Gemeindeversammlung ist in jedem Fall beschlussfähig.
    2. Eine beabsichtigte Auflösung der Gemeinde ist unter Darlegung des Sachverhalts frühzeitig der Bundesleitung mitzuteilen, um deren Stellungnahme einzuholen.
    3. Bei Auflösung der Gemeinde oder bei Änderung der Aufgaben der Gemeinde, die den Wegfall der Steuerbegünstigung zur Folge hat, stehen sämtliche Vermögenswerte dem Bund zu, der sie für seine Zwecke als Religionsgemeinschaft verwendet, vorrangig am Sitz der Ortsgemeinde.

Mitgliederversammlung vom 30. Mai 2010 und 07. September 2011